In guter Hoffnung


In guter Hoffnung – Ein Begleiter fürs Leben

“In guter Hoffnung sein” - dieser Begriff bedeutet so viel mehr als nur die reine körperliche Schwangerschaft. Für mich beschreibt er eine innere Grundhaltung: das Vertrauen, dass wir hoffen dürfen, dass alles gut ist – auch wenn wir im Leben nicht alles kontrollieren können.

Dieses echte Hoffen und Vertrauen ist ein Stück weit verloren gegangen. Wir leben in einer Welt, die von stetiger Kontrolle, Absicherung, Tabellen und Vergleichen geprägt ist – ganz besonders auch in der Schwangerschaft. Wir versuchen, jedes Risiko im Voraus zu berechnen und zu erkennen. Wir versuchen, uns abzusichern und machen uns im Voraus über alle möglichen Dinge Sorgen. Doch wenn wir mal ehrlich zurückblicken, merken wir: Die allermeisten Dinge, vor denen wir Angst hatten, treffen am Ende nie ein. Wir verpassen das Hier und Jetzt, weil wir in Gedanken schon beim nächsten „Was wäre wenn?“ sind.

Wenn unvorhergesehene Wendungen eintreffen, neigt unsere kontrollorientierte Welt oft zu Hektik. Doch gerade dann dürfen wir innehalten. Wir können uns die Zeit nehmen für Entscheidungen und müssen nicht aus einem Schockzustand heraus reagieren.

Manche Mütter sagen scherzhaft, dass sie die Atemtechniken aus dem Geburtsvorbereitungskurs erst so richtig in den Teenager-Jahren ihrer Kinder gebrauchen konnten. Hier möchte ich ergänzen: Alles, was wir in der mentalen Vorbereitung auf die Geburt über uns, unsere Kraft und das Loslassen lernen, ist ein Werkzeug fürs Leben. Wir können diese wertvollen Strategien in den kommenden Jahren immer und immer wieder aus der Schublade holen, wenn wir unsere Kinder begleiten.

Während der Schwangerschaft hoffen wir, dass das Baby gesund ist, dass die Geburt gut verläuft und dass wir als Eltern unseren Weg finden. Doch dieses Hoffen hört mit der Geburt nicht auf. Auch später, als Eltern, bleibt das „In-guter-Hoffnung-Sein“ ein treuer Begleiter.

Immer wieder fordert uns das Elternsein dazu heraus, die Kontrolle abzugeben, das Hoffen in Vertrauen umzuwandeln und loszulassen – beim ersten Schritt, beim ersten Kindergartentag, beim ersten Auswärtsschlafen und irgendwann beim Weg ins eigenständige Leben.

In guter Hoffnung zu sein, bedeutet für mich auch zu akzeptieren, dass wir die Wege des Lebens nicht erzwingen können. Manchmal kommt eben alles ganz anders. Ein Geburtsplan, der sich plötzlich ändert. Ein Alltag mit dem Neugeborenen, der sich überhaupt nicht so anfühlt, wie wir uns das ausgemalt haben. Oder ein Kind, das uns mit ganz besonderen Bedürfnissen fordert – in die wir als Eltern erst Tag für Tag hineinwachsen dürfen und werden. Doch genau hier zeigt sich die wahre Kraft der Hoffnung: Sie ist kein starrer Wunschzettel an das Leben, sondern die Zuversicht, dass wir auch mit den Kurven und Wendungen wachsen können.

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“
(Václav Havel)

In guter Hoffnung zu sein, bedeutet schlussendlich, loszulassen: in das Leben, in unser Kind und ganz besonders in uns selbst als Eltern. Es ist eine Haltung, die uns durch alle Höhen und Tiefen trägt – voller Liebe, Zuversicht und einer tiefen Offenheit für alles, was kommt.

Als deine Doula möchte ich genau diesen Raum für dich öffnen und möchte dich darin stärken, wieder ganz neu zu hoffen, besonnen Entscheidungen zu treffen und zu vertrauen. Auf Eurem persönlichen Weg, der deine Geburt und eure gemeinsame Reise als Familie nimmt.

Hast Du Interesse an der mentalen Geburtsvorbereitung nach der Methode von HypnoBirthing? Dann kontaktiere mich. Ich freue mich von Dir zu hören.